Sie sind allein, gequält, ausgeliefert an die menschliche Verrücktheit. Niemand wacht mehr über sie. Lasset uns also diese Wachenden der Menschlichkeit sein, Funken der Hoffnung in ihrer zu langen Nacht.
- FÜR DIE OPFER BETEN
- Sudan - Massenverhaftungen und Folter von friedlichen Demonstranten
- Chile - Drei jugendliche Mapuche kraft des Antiterrorgesetzes verhaftet und gefoltert
- Kolumbien - Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe
- China - Unerbittliche Verfolgung von Mao Hengfeng, Menschenrechtsaktivistin
- China, Autonome Region Innere Mongolei - Hada, mongolischer Aktivist
- Sri Lanka - Suranjiv, gefoltert und inhaftiert
- Frankreich - Roza bittet um Asyl, um ihre Religion ausüben zu können
- Marokko - Folter und Haft für Naama Asfari, saharauischerAktivist
- Iran - Zeinab, iranische Kurdin
- Follow-up früherer Fälle
Dieses Jahr schlagen wir Ihnen vor zu beten für:
-
5 Gruppen von Personen, die Opfer von Folter und Misshandlungen sind oder denen die Hinrichtung droht.
-
10 Personen, die gefoltert werden
Sudan
Information letzter minute : sie sind FREI
Ende Januar hat die in Nordafrika ausgelöste Demonstrationswelle Khartoum, die Hauptstadt des Sudan, erreicht. Eine friedliche Kundgebung mit über 2000 Teilnehmenden wurde von den nationalen Sicherheitskräften und der Bereitschaftspolizei gewaltsam aufgelöst. Dabei wurden mehr als 70 Personen festgenommen und verletzt. 20 von ihnen sind nach wie vor in Haft, eine Person ist dem Vernehmen nach an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben. Die inhaftierten Personen werden misshandelt und gefoltert.
Die gewaltsam unterdrückten regierungsfeindlichen Demonstrationen im Nordsudan galten auch der Abspaltung des Südsudan als Folge des massiven Plebiszits für die Unabhängigkeit im Januar 2011. Diese Entwicklung wird vom Norden abgelehnt. Dort bekunden junge Menschen ihren Unmut über die Politik des Sudan, die zur Teilung des Landes und zur Schwächung des Nordens geführt hat.
Chile
Der chilenische Staat lehnt die sozialen Forderungen des Mapuche-Volkes ab und kriminalisiert sie. Das noch aus der Zeit der Pinochet-Diktatur stammende Antiterrorgesetz sieht eine überaus lange Präventivhaft und harte Strafen vor. José Ñirripil Pérez, Cristián Cayupán Morales und Luis Humberto Marileo Cariqueo, damals noch minderjährig, wurden verhaftet, gefoltert, unerlaubterweise verhört und schliesslich im Gefängnis Chol Chol in der Region Araucanía in Präventivhaft genommen.
Anfang 2011 wurden sie aus der Haft entlassen und unter Hausarrest gestellt.
Kolumbien
Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird im bewaffneten Konflikt in Kolumbien seit 50 Jahren systematisch als Waffe eingesetzt, und zwar von Armeeangehörigen, Paramilitärs wie Guerilleros. Vergewaltigungen, Zwangssterilisierungen und abtreibungen, Genitalverstümmelungen, sexuelle Versklavung und Zwangsprostitution werden als Folter, Strafe und sozialpolitische Verfolgung benutzt. Was wird damit bezweckt? In den Gemeinden Schrecken verbreiten, um «den Feind» zu terrorisieren und die Territorien zu kontrollieren. Trotz des Ausmasses der Übergriffe sind die Opfer unsichtbar. Dem Vernehmen nach erstatten nur 9 Prozent Strafanzeige. Die Opfer schämen sich und fürchten sich vor Repressalien; sie kennen ihre Rechte nicht und haben kein Vertrauen in die Behörden, die sie schützen sollten. Derartige Verbrechen werden als belanglos eingestuft. Nur in den seltensten Fällen kommt es zu einer Verurteilung; die Straffreiheit führt dazu, dass solche Übergriffe als normal gelten. Das ist eine der Ursachen für interne Vertreibung: 2 von 10 Frauen fliehen nach sexuellen Übergriffen. Die Vertriebenen wiederum werden zu bevorzugten Zielscheiben. Nur schon weil sie einmal geflohen sind, werden sie verdächtigt, mit dieser oder jener bewaffneten Gruppierung in Verbindung zu stehen, was wiederum das Risiko einer nochmaligen Aggression erhöht. Laut Schätzungen sind etwas mehr als die Hälfte aller Vertriebenen und Flüchtlinge (zwischen 3,5 und 5,1 Millionen) Frauen und Mädchen.
Aus einem von kolumbianischen NGO und Oxfam 2010 publizierten Bericht: Von 2001 bis 2009 wurden in den 407 Gemeinden mit Polizei-, Paramilitär- und Guerillapräsenz 17,58 Prozent der Frauen Opfer von sexueller Gewalt, das heisst durchschnittlich 54 410 Frauen pro Jahr oder 6 pro Stunde.
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China
Inhaftiert wurde Mao Hengfeng wegen ihres Kampfes für die Menschenrechte und insbesondere wegen ihrer Ablehnung der Ein-Kind-Politik. Nach zweieinhalb Jahren aus dem Gefängnis entlassen, wurde sie im Februar 2010 erneut verhaftet, weil sie im Dezember 2009 vor dem Gericht demonstriert hatte, wo Liu Xiaobo, Friedensnobelpreisträger 2010, der Prozess gemacht wurde. Zu eineinhalb Jahren Umerziehungslager verurteilt, wurde sie im Februar 2011 aus medizinischen Gründen entlassen. Zwei Tage später annullierten die Behörden die Entlassung. Mao Hengfengs Mann berichtet, am Abend ihrer Freilassung sei sie mit Freunden essen gegangen. Am nächsten Morgen blockierten über zehn Polizisten den Eingang zu ihrem Domizil. Tags darauf führten sie Mao weg. Ihrem Mann übergaben sie ein Dokument mit der Überschrift «Befehl zur Annullierung der bedingten Haftentlassung aus medizinischen Gründen».
Mao erzählt von den Misshandlungen im Umerziehungslager
Immer wieder haben die Wärter meine Mitgefangenen aufgefordert, mich zu schlagen. Manchmal haben auch sie sich an den Übergriffen beteiligt. Sie behaupteten, ich hätte vor dem Beijinger Gericht, wo Liu Xiaobo der Prozess gemacht wurde, «nieder mit der kommunistischen Partei» geschrien. Sie wollten, dass ich klein beigebe und ein Schuldgeständnis ablege. Ich weigerte mich. Wenn die kommunistische Partei, so argumentierte ich, die Folter von Gefangenen in den Umerziehungslagern toleriere, müsse sie gestürzt werden. […] Der 14. Juli war der schlimmste Tag. Die Wärter banden mich an eine Metallstange und forderten 10 Gefangene auf, mich zu schlagen, mir ihre Finger in die Augen zu drücken, bis es blute, und mir bis zur Hirnerschütterung Schläge auf den Kopf zu verabreichen.
China, Autonome Region Innere Mongolei
Vor seiner Festnahme im Jahr 1995 war Hada Leiter der mongolischen Akademischen Bibliothek in Hohhot. Er war Mitglied der Demokratischen Allianz der Südmongolei, die sich für die Menschenrechte und die mongolische Kultur einsetzt. Hada vertrat zudem die Auffassung, den «nationalen Minderheiten Chinas sei das in der Verfassung garantierte hohe Mass an Autonomie zuzugestehen». Im Gefängnis von Ulaanhad (Chinesisch Chifeng) in der Autonomen Region Innere Mongolei verbüsste Hada eine 15-jährige Freiheitsstrafe wegen «Separatismus» und «Spionage». 2004 berichtete ein aus der Haft Entlassener, Hada werde regelmässig misshandelt und disziplinarisch bestraft, angefangen von der Isolationshaft bis hin zur Ankettung an eine metallene Tischplatte. Seine Frau Xinna und sein Sohn Uiles wurden am 4. Dezember 2010 verhaftet und an einen unbekannten Ort verbracht. Seit seiner Freilassung am 10. Dezember 2010 ist Hada verschwunden. Anscheinend befindet er sich nun zusammen mit seiner Familie in Gefangenschaft. Der derzeitige Aufenthaltsort der Familie ist nicht bekannt.
Naraa, Hadas Schwägerin, wurde anscheinend eine CD mit Fotos zugesandt, auf denen die drei Verschwundenen beim gemeinsamen Essen zu sehen sind (vgl. Foto, ©DR). Es war eine anonyme Sendung mit einem vom 10. Dezember 2010 datierten Poststempel.
Sri Lanka
Suranjiv Chrishantha Fernando, 21 Jahre, wurde im August 2008 willkürlich verhaftet und von den Polizeioffizieren der Einheit für Terrorismusfahndung schwer gefoltert. Anschliessend wurde er ins Gefängnis von Bogambara überstellt, wo er fast 3 Jahre nach seiner Festnahme immer noch inhaftiert ist. Unter Folter bestritt er jegliche terroristische Aktivität; er wurde gezwungen, von den Polizisten präparierte Dokumente zu unterzeichnen, deren Inhalt ihm vorenthalten wurde. Daraufhin wurde gegen ihn, obwohl er weiterhin jede terroristische Aktivität bestritt, ein Verfahren eingeleitet; noch immer wartet er darauf, in einem Prozess seine Unschuld beweisen zu können. Sein Fall ist ein erneuter Beweis für den Zusammenbruch des Justizwesens in Sri Lanka.
Frankreich
Roza, eine rund 50-jährige Algerierin, stammt aus einer muslimischen Familie und ist 1999 zum Christentum übergetreten. Über mehrere Jahre hinweg praktizierte sie ihre Religion im Geheimen, bis ihr Ehemann, ein Muslim, die religiösen Praktiken seiner Frau entdeckte. In der Folge verschlechterte sich die Beziehung zwischen den Eheleuten. Rozas Mann wurde gewalttätig und verstiess schliesslich seine Frau. Im Dezember 2009 flüchtete Roza nach Frankreich und leitete dort ein Asylverfahren ein. Ihr Asylgesuch wurde im September 2010 vom Französischen Amt für den Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen abgewiesen. Vor dem Nationalen Asylgericht Frankreichs hat sie Rekurs eingelegt, um als Flüchtling anerkannt zu werden und den Schutz Frankreichs zu erhalten. Zurzeit ist ihr Fall vor dem Asylgericht hängig.
Marokko
Nach der Zerstörung eines Saharaui-Lagers im November 2010 nahmen die marokkanischen Ordnungskräfte Hunderte von Saharauis fest. 20 Aktivisten, unter ihnen auch Naama Asfari, wurden ins Gefängnis von Salé/Rabat, überstellt und stehen derzeit vor dem Militärgericht. Angeklagt sind sie namentlich der Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit des Staates, der Bildung einer kriminellen Organisation und des Übergriffs auf öffentliche Beamte im Rahmen ihrer Diensterfüllung – Verbrechen, auf die eine lebenslange Freiheitsstrafe steht. Laut den Aussagen einiger Gefangener gegenüber ihren Anwälten wurden mindestens 13 von ihnen vor ihrer Überführung ins Gefängnis von Salé gefoltert.
16 der 20 Inhaftierten befinden sich heute in Isolationshaft. Einmal wöchentlich können sie ihre Familie während 15 Minuten sehen, von ihren Angehörigen durch zwei Gitter getrennt, zwischen denen Wärter zirkulieren. Mehrere leiden unter den Folgen der Folterung und werden medizinisch nicht angemessen versorgt. Die marokkanischen Behörden verweigern den Informationszugang. Seit November haben zahlreiche Aktivisten erklärt, sie seien Opfer von Folter geworden. Dem Vernehmen nach werden über 140 im Gefängnis von El-Ayoun, Westsahara, gefangengehalten.

Iran
Zeinab Jalalian, eine 27-jährige kurdische Aktivistin, wurde nach ihrer Verurteilung zum Tode in Iran im März 2010 in die Sektion 209 des Evin-Gefängnisses in Teheran überstellt. Die Überführung kann bedeuten, dass ihre Hinrichtung kurz bevorsteht, dies im Kontext wachsender Repressalien gegen die kurdische Minderheit. Seit 2008 sind denn auch mehrere iranische Kurden, unter ihnen eine Frau, wegen ihrer Zugehörigkeit zur Partei für ein Freies Leben in Kurdistan (PJAK) hingerichtet worden.
Verhaftet wurde Zeinab Jalalian aufgrund des Verdachts, sich an den Aktivitäten der PJAK zu beteiligen. Während 8 Monaten wurde sie gefoltert, die Behörden verweigerten ihr medizinische Betreuung und das Recht, ihre Familie zu sehen. Im Januar 2009 wurde Zeinab Jalalian von einem Revolutionsgericht wegen «Feindschaft zu Gott» (Mohareb ba Khoda) gemäss Art. 183 des iranischen Strafgesetzbuchs zum Tod durch den Strang verurteilt. Der Prozess gegen Zeinab Jalalian dauerte nur wenige Minuten, ein Anwalt war nicht zugegen. Das Todesurteil wurde am 26. November 2009 vom Obersten Gerichtshof des Iran bestätigt.
Der noch immer inhaftierten Zeinab droht nach wie vor die Hinrichtung.
ASIEN
• Aktion 2006/ Sanjar Umarov - Ouzbekistan
Freilassung im November 2009
Sanjar UMAROV wurde am 7. November letzten Jahres nach 4 Jahren Haft freigelassen.
Der Doktor der Physik und Unternehmer hatte den Verein „strahlende Koalition“ gegründet, welcher Vertreter der Zivilgesellschaft und Intellektuelle vereinigte. Sein Verein hatte die Zielsetzung, in Dialog mit der usbekischen Regierung im Hinblick auf wirtschaftliche Reformen zu treten, um eine Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung zu erreichen.
Im Jahre 2005 hatte er offen die Ereignisse von Andijan (Mai 2005) angeprangert. In der Folge hatte er die Forderung nach einer unabhängigen internationalen Untersuchung dieses Massakers unterstützt. Nach seiner Festnahme im Oktober 2005 wurde er infolge eines willkürlichen Verfahrens zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Haft wurde er gefoltert und beständig gedemütigt.
Sanjar Umarov ist am 21. November 2009 zu seiner Familie in die Vereinigten Staaten ausgereist. Seine Haft hat ihn geschwächt. Im Kreise seiner Familie erholt er sich gegenwärtig.
Er hat anlässlich des Weihnachtsfestes an die Gruppen, die ihn unterstützten sowie das französische Sekretariat der ACAT eine Botschaft gerichtet, in der er für deren Unterstützung dankt. Er hat versucht, die Botschaft in französischer Sprache abzufassen, so dass wir sie hier unverändert abdrucken (mit orthographischen Fehlern):
« Chers amis,
J'ai vous remercies de tout votre support que ACAT a fait pour moi et ma famille. Vraiment, en prison j’ai ete encourage par esprit de Dieu et par les prieres de nombreux de gens. Permettez moi de vous feliciter a l’occasion de Holidays.
Encore merci chers amis.
Je vous embrasse,
Sanjar Umarov et sa famille
Le 20 décembre 2009 »
„Meine lieben Freunde,
ich danke Euch für die Unterstützung, welche die ACAT meiner Familie und mir zukommen liess. Im Gefängnis bin ich sehr durch den Geist Gottes und die Gebete zahlreicher Menschen bestärkt worden. Ich wünsche Euch frohe Festtage. Nochmals Danke, liebe Freunde.
Mit den besten Grüssen
Sanjar Umarov und Familie
20. Dezember 2009“
• Aktion 2007/ Mao Hengfeng - China
Freilassung
Sie kam am 29. November 2008 frei. Im Gefängnis ist Mao Hengfeng gefoltert worden. Sie leidet heute unter Bluthochdruck, ständigen Schmerzen aufgrund der Verletzungen durch die Folter, an einer Infektion der Haut aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen im Gefängnis sowie ständigen Magenschmerzen. Seit ihrer Freilassung wird ihr Verhalten genauestens überwacht, und sie wurde mehrmals über kürzere Zeiträume festgenommen.
Im Dezember 2009 wurde Mao Hengfeng erneut während 10 Tagen in Peking festgehalten, weil sie eine Solidaritätskundgebung für den Schriftsteller Liu Xiaobo organisiert hatte, der zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist.
• Aktion 2008/ Mutabar Todjibaeva- Ouzbekistan
Freilassung
Mutabar Todjibaeva, eine usbekische Menschenrechtlerin und Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation „brennende Herzen“ wurde 2008 dank der gemeinsamen Anstrengungen mehrerer Menschenrechtsorganisationen und der Unterstützer, die Briefe für sie schrieben, freigelassen. Die ACAT war aktiv an der Kampagne für ihre Freilassung beteiligt.
Zitat Mutabar Tadjibaeva, zu Besuch bei der ACAT Frankreich: «Ich erfuhr, dass mir Briefe von Unterstützern weltweit geschickt wurden. Man sagte mir, dass es eines Lastwagens bedürfte, um sie mir alle zu bringen. Ich bin allen Menschen, die sich für meine Freilassung eingesetzt haben, jedem einzelnen von ihnen, extrem dankbar. Ich möchte ihnen nicht nur meinen Dank aussprechen, sondern verneige mich vor denen, die mich und meine Familie in dieser harten Zeit nicht allein gelassen haben»
• Aktion 2009/ Alimujiang Yimiti- China
Nach seiner Verurteilung infolge zweier Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Mai 2008 sowie im Juli 2009 haben seine Anwälte die Verletzung seines Anspruchs auf ein faires Verfahren sowie die Verwendung gefälschten Belastungsmaterials angeprangert. Nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft wurde der uighurische Christ aus Xinjiang am 8. Dezember 2009 vom Gericht in Kashi zu 15 Jahren Haft verurteilt wegen „Enthüllung von Staatsgeheimnissen an ausländische Organisationen“. Sein Anwalt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die Härte des Richterspruchs hat die Beobachter der Lage der Uighuren in China überrascht.
AFRIKA AKTION 2009
• Die Albinos von Tanzania und Burundi
Die Aggressionen gegen die Albinos halten in diesen beiden Ländern an. Wenn es auch 2009 mit sieben getöteten Albinos weniger mörderisch zuging als im Jahr 2008 mit 27 getöteten Albinos in Tansania, lassen die Übergriffe nicht nach. Mehr als 30 Übergriffe wurden im Laufe des letzten Jahres registriert. Zweifellos wegen der Todesstrafe, gehen die Angreifer dazu über, nicht mehr allein systematisch zu töten, sondern sich aus dem Staub zu machen. Dabei lassen sie an Ort und Stelle den Körper, den sie amputiert haben, zurück. Die Angriffe gegenüber Albinos kommen hauptsächlich in den entlegenen Landstrichen von Tansania und Burundi vor, wo die Zauberer von dem Unwissen eines Teils der ländlichen Bevölkerung profitieren, die die Albinos mit dem Teufel vergleichen.
In Tansania hat die Regierung eine Zählung der Albinos durchgeführt und für eine Hilfestellung durch die Polizei gesorgt, die die Kinder auf dem Schulweg eskortiert. Für den Fall eines Übergriffes sind einige Kinder mit Handys ausgerüstet um rasch die Polizei zu benachrichtigen.
In seinen Wünschen für die Nation zu Beginn des Jahres 2010, hat der Präsident Tansanias, Jakaya Kikwete zu einem Stopp dieser Morde aufgerufen. „Trotz unserer nationalen Kampagne, gibt es immer noch zu viele Übergriffe. Kein einziger Albino darf wegen seiner Hautfarbe sterben“, so der Präsident.
• Mulumba Kapepula (RDC)
Mulumba Kapepula wurde am 5. Juni 2009 freigesprochen und in die Freiheit entlassen. Dennoch wurde keine Untersuchung wegen der Folterungen eröffnet, denen er unterworfen war.
• Andere individuelle Sachverhalte
Die vier übrigen Personen werden immer noch in Äquatorialguinea, in Eritrea und in Äthiopien gefangenen gehalten.
LATEINAMERIKA AKTIONEN 2009
Situation der indigenen Volksgruppen in Kolumbien
Die Situation der indigenen Volksgruppen ist nach wie vor sehr schwierig. Sie sind Opfer des Konfliktes und einige der Gemeinde sind gezwungen umzuziehen.
Am 31. Januar dieses Jahres, wurde eine Gemeinde durch die Armee „irrtümlich“ bombardiert. Aber es ist eher daran zu denken, dass es sich um ein Manöver handelte, um die Bevölkerung zu veranlassen fortzuziehen. Tatsächlich hat auf dem betreffenden Gebiet ein internationales Unternehmen vom Staat die Genehmigung erhalten, Bergbau zu betreiben.
Im Süden des Landes werden die Gebiete der indigenen Gemeinden militarisiert, so dass sie zur Zielscheibe für Angriffe von Guerilla und Paramilitärs werden.
Javier Giraldo S.J. Kolumbianer
Im Jahr 2009 wurde Vater Giraldo das Opfer einer Verleumdungskampagne von seiten der Medien und hoher Verantwortlicher des Staates.
Dies infolge falscher Anschuldigungen eines ehemaligen Guerilla-Kämpfers, der mit der Armee zusammenarbeitet.
Zu Beginn des Jahres 2009 wurde Vater Giraldo vor einem Verwalter zitiert wegen eines Zeugenverhörs. Von einem General war er der Verleumdung beschuldigt worden. Er richtete einen Brief über 31 Seiten an die Verwalterin, in dem er moralische und ethische Gründe schildert, die ihn daran hindern, vor Gericht zu erscheinen. Dieser Brief enthält heftige Vorwürfe gegen die Korruption in Kolumbien.
Mit großer Ruhe und Entschlossenheit zeigt Vater Giraldo seit 25 Jahren die Verbrechen auf, die gegen die ländlichen Gemeinden begangen werden. Trotz der Anschuldigungen und Bedrohungen gegen ihn, verfolgt er beharrlich die Wahrheit.





