Sie sind allein, gequält, ausgeliefert an die menschliche Verrücktheit. Niemand wacht mehr über sie. Lasset uns also diese Wachenden der Menschlichkeit sein, Funken der Hoffnung in ihrer zu langen Nacht.


FÜR DIE OPFER BETEN


Dieses Jahr schlagen wir Ihnen vor zu beten für:

  • 5 Gruppen von Personen, die Opfer von Folter und Misshandlungen sind oder denen die Hinrichtung droht.

  • 10 Personen, die gefoltert werden

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CHINA - VERSCHWINDEN EINES BISCHOFS
China

Als Stellvertreter der katholischen Untergrundkirche in China ist SU Zhimin seit mehr als 12 Jahren verschwunden. Heute ist er 77 Jahre alt, von denen er mehr als 30 Jahre in Haft verbracht hat.

 

Im Jahre 1956 wird er, damals junger Seminarist, festgenommen, weil er sich öffentlich gegen die Regierung in Peking ausgesprochen hatte, welche versuchte, eine von der Rom unterstehenden Universalkirche separate nationale Kirche zu etablieren. 1979 kommt er frei.
Er steht am Anfang eines in Haft, Gefängnissen, Arbeitslagern und unter Hausarrest verbrachten Lebens.

 

Im Jahre 1989 geht das Gerücht um, Rom werde die staatlich zugelassene chinesische Kirche anerkennen. Konfrontiert mit dieser schmerzhaften Möglichkeit, organisieren auf Anregung SU Zhimins die Bischöfe der Untergrundkirche eine Bischofskonferenz. Alle werden festgenommen. Einige Monate nach seiner Freilassung im Jahre 1993 besitzt SU Zhimin die Kühnheit, privat einen amerikanischen Senator zu empfangen. Seither geniesst er die Unterstützung des amerikanischen Staates sowie der amerikanischen Kirche. 1994 wird SU Bischof von Baoding.

 

Im Mai 1996, als die Armee das Heiligtum von Donglü, ein hochverehrtes Pilgerziel für die Christen der Untergrundkirche von China, dem Erdboden gleichzumachen sucht, versuchen der Bischof und die Pilger vor Ort den Panzern und Bulldozern die Stirn zu bieten. Festnahmen von erheblichem Ausmass finden statt. Junge Priester beschliessen, Monsignore SU mitzunehmen, um ihn zu verstecken. Sein Versteck wird jedoch im Oktober 1997 von chinesischen Sicherheitskräften entdeckt. Seitdem ist er seit über 10 Jahren in Haft, ohne Urteil oder Prozess.

 

Er wurde das letzte Mal im November 2003 im Krankenhaus von Baoding gesehen. Er hatte die Augen verbunden und wurde von 20 Polizeibeamten in Zivil in einer den Behörden vorbehaltenen Abteilung bewacht. Nachdem er vom Personal wiedererkannt wurde, wurde er unverzüglich an einen unbekannten Ort verbracht. Trotz zahlreicher internationaler Interventionen ist seitdem keine Nachricht mehr über ihn nach aussen gedrungen.
 

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CHRISTENVERFOLGUNG IN CHINA
China

Die chinesische Verfassung erkennt offiziell das Christentum an. Dennoch hat die Regierung in Peking beständig versucht, die religiösen Bewegungen zu kontrollieren und verbietet die Kirchen, welche staatlich nicht registriert sind. Aufgrund dessen existieren zwei Kirchengemeinschaften. Die „offizielle“, durch den Staat kontrollierte Kirche ist die einzig anerkannte und berechtigte, Bischöfe und Priester in China zu ernennen. Die Untergrundkirche oder Hauskirche weigert sich, vom chinesischen Regime kontrolliert zu werden und übt nicht angemeldete und mithin in den Augen der Partei illegale religiöse Aktivitäten aus (religiöse Feiern, Ausbildung, Gebetsräume).

 

Die Christen der Untergrundkirche werden für die Ausübung ihres Glaubens beständig bedrängt, unterdrückt, verhaftet, sogar getötet. Sie können festgenommen und verfolgt werden wegen „Zugehörigkeit zu einer übeltäterischen Sekte“, ein von den chinesischen Behörden für staatlich nicht anerkannte religiöse Gruppierungen verwandter Begriff.
 

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USBEKISTAN – GEFOLTERTE GEFANGENE
USBEKISTAN

Das usbekische Regime fusst auf einem gefürchteten Polizeiapparat. Willkürliche Verhaftungen, Nichteinhaltung der Verfahrensvorschriften, Schauprozesse sind an der Tagesordnung. Jede Form von Widerstand wird im Keim erstickt, auf Kritik an den Staatspraktiken durch Menschenrechtsverteidiger stehen hohe Strafen. Tausende von Oppositionellen und Menschenrechtlern sind gegenwärtig hinter Gittern und werden regelmässig gefoltert. Misshandlungen in den Haftanstalten sind die Regel.
ACAT Frankreich unterstützt mehrere Journalisten, Oppositionelle und Menschenrechtsverteidiger, die Opfer von Folter sind.

 

Abdurasul Hudaynazarov
Ein usbekischer Menschenrechtler, der die Korruption in der Gegend von Taschkent kritisiert hat. Er wurde am 25. Juni 2005 festgenommen und in einem unfairen Verfahren zu 9 Jahren Gefängnis verurteilt. Derzeit wird er im Gefängnis gefoltert und misshandelt. Er wurde mehrere Tage in Isolationshaft genommen, nachdem er gegen seine Behandlung im Gefängnis protestiert hatte. Er leidet unter Herzschwäche und sein Gesundheitszustand hat sich beträchtlich verschlechtert.

 

Habibullo Akpulatov
im Oktober 2005 zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Er kam in den Genuss einer Strafminderung und sollte im September 2009 freikommen. Seine Strafe wurde jedoch einige Monate vor dem Tag seiner Haftentlassung um 3 Jahre gemäss Artikel 221 (Weigerung, den legitimen Forderungen der Verwaltung einer Haftanstalt Folge zu leisten) verlängert. Während seiner Haft wurde er wiederholt gefoltert. Er benötigt medizinische Hilfe. Sein rechtes Bein ist beinahe gelähmt, seine Augen entzündet und er hat erheblich an Gewicht verloren.

 

Agzam Turgunov
Er kämpfte gegen die Misshandlungen und Folter dieser Gefangenen. Er suchte die Menschenrechtslage in Usbekistan zu bessern und erklärte: „Wenn alle schweigen, wird sich die Situation verschlimmern.“ Im Oktober 2008 wurde er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Anwalt prangerte die von seinem Mandanten erlittene Folter an, um von diesem Geständnisse zu erzwingen (Agzam Turgunov soll während seines Verfahrens mit heissem Wasser übergossen worden sein) sowie die mangelnde Fairness seines Gerichtsverfahrens nach einem Ermittlungsverfahren voller Unregelmässigkeiten, welches offensichtlich unfair war.
Sein Gesundheitszustand hat sich ernsthaft verschlechtert, er wiegt nur noch 40 kg. Trotz seines Gesundheitszustandes wird Agzam Turgunov gezwungen, in der Ziegelfabrik der Stadt Karchi zu arbeiten.

 

Alicher Karamatov
Anlässlich eines Besuches seiner Ehefrau im Gefängnis gab Alicher dieser zu verstehen, dass er beständig gedemütigt und misshandelt wird. Seine Haftbedingungen sind sehr schwierig. Seine Ehefrau erkannte ihn kaum wieder. Er ist extrem abgemagert, von 94 kg auf 54kg.

 

Dilmurod Saidov
Als unabhängiger Journalist ist er bekannt für sein Engagement zur Verteidigung der durch eine Landwirtschaftsreform in Mitleidenschaft gezogenen Bauern. Am 30. Juli 2009 wurde er zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt und ist Opfer von Misshandlungen. Am 5. November 2009 verlor er seine Ehefrau Barno Djumanova, 33 Jahre alt, und seine Tochter Ruhchana Saidova, 6 Jahre alt. Sie wurden Opfer eines Verkehrsunfalls. Sein Bruder Obid Saidov begab sich ins Gefängnis, um ihm die tragische Nachricht zu überbringen. Er glaubt, dass Dilmurod Said diesen Schicksalsschlag nicht übersteht, sollte er in Haft bleiben. Seine Tochter und seine Frau waren sein einziger Halt, um diese Prüfung durchzustehen.

 

Norboï Kholjiguitov
Seit 2005 im Gefängnis von Karshi in Haft, wurde er im Dezember 2009 in ein Gefängniskrankenhaus wegen einer erheblichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes als Notfall eingeliefert. Er hatte in einigen Körperteilen kein Empfinden mehr. Schwarze Flecken waren auf seinen Armen, Beinen und im Gesicht aufgetreten. Er hat sämtliche Zähne verloren. Anfang Januar wurde er erneut ins Gefängnis von Karshi eingeliefert. Im Februar verlautbarte, dass er nicht mehr sprechen noch sich bewegen kann.

 

Yusuf Juma
Im April 2008 verurteilt, ist dieser usbekische Dichter in einem besorgniserregenden Gesundheitszustand. Er wird regelmässig mit den Händen an der Decke aufgehängt und am ganzen Körper einschliesslich des Kopfes mit Gummiknüppeln malträtiert. Während des Winters liess ihn die Gefängnisverwaltung stundenlang nackt in eisiger Kälte. Bei jedem Besuch des Internationalen Roten Kreuzes wird er in ein anderes Gefängnis verlegt, um ein Zusammentreffen mit Vertretern dieser Organisation zu verhindern.

 

Die anderen Gefangenen, für die wir uns einsetzen:
Azam Farmonov, Fahruddinov Ruhiddin, Isaqov Nasim, Isroiljon Holdarov, Mamadali Makhmudov, Mourod Jourayev, Mukhammed Begjanov, Mukhtorov Farkhodkhon, Rashid Begjanov, Solijon Abdurakhmanov.
 

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ERYTHREA: EINE JOURNALISTIN VON RADIO BANA EIN JAHR NACH IHRER FESTNAHME
ERYTHREA

Yirgalem Fisseha Mebrahtu, Journalistin bei Radio Bana, befindet sich zur Zeit in Isolationshaft im Gefängnis von May Srwa, im Norden der Hauptstadt Asmara, unter erbärmlichen Bedingungen, die einer Folter gleichen. Yrgalem Fisseha wurde am 22 Februar 2009 in Asmara bei einer Razzia gegen das gesamte Personal der Station Bana festgenommen.

 

Sie ist eine der wenigen Journalistinnen in Erythrea. Bis heute wurde sie noch keinem Richter vorgefürt, ihre Inhaftierung ist willkürlich.

 

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ÄQUATORIAL-GUINEA : FOLTERRISIKO FÜR 4 AUS DEM BENIN ENTFÜHRTE FLÜCHTLINGE
ÄQUATORIAL-GUINEA

Vier ehemalige Soldaten aus Äquatorial-Guinea - José Abeso, Miguelin Eyegue und zwei andere Männer, deren Identität unbekannt ist, wurden um den 28. Januar 2010 in Bénin von
äquatorial-guineischen Sicherheitstruppen entführt und in ihr Herkunftsland zurückgebracht. Sie waren Anfang der neunziger Jahre aus Äquatorial-Guinea nach Benin geflüchtet, wo sie als Flüchtlinge anerkannt wurden.

 

Heute sollen sie im Gefängnis Black Beach in der Hauptstadt Malabo in geheimer Haft gehalten werden und gefoltert worden sein. Da die Behörden nicht bestätigt haben, wo sich die vier Männer aufhalten oder dass sie in ihrer Gewalt sind, fürchtet man, dass sie gewaltsam entführt wurden . Sie laufen Gefahr wieder Folter oder andere Misshandlungen zu erleiden. Die Behörden von Äquatorial-Guinea entführen regelmässig äquatorial-guineische Flüchtlinge aus Nachbarländern.
 

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DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: GEHEIMHAFT EINES INGENIEURS
DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Christophe Mbay Mutomb wird vom Nationalen Geheimdienst (ANR) in Lumumbashi, im Südosten des Landes, seit dem 22. Januar festgehalten. Bis heute wurde es ihm nicht erlaubt seine Familie zu sehen, einen Rechtsanwalt zu konsultieren und seit seiner Festnahme ist ihm medizinische Behandlung verwehrt. Dieser Mann leidet an chronischen Rückenschmerzen und er erhielt täglich schmerzstillende Spritzen. Seit seiner Festnahme erhält er keine ärztliche Behandlung mehr und auch nur mehr unzureichende Verpflegung. Er wurde als gefährlich abgemagert beschrieben.


Christoph Mbay Mutomb wurde am 22. Januar früh morgens bei sich zu Hause festgenommen. Er war einer von ungefähr zwanzig Leuten, die zur selben Zeit in Lumumbashi festgenommen wurden, dies wegen einer angeblichen Verschwörung deren Ziel gewesen sein soll, den Präsidenten der RDC, Joseph Kabila, während seines Präsidentenbesuchs in der Stadt zu ermorden. Die meisten der Festgenommenen wurden seither ohne Anklageerhebung wieder freigelassen. Für die weiter andauernde Inhaftierung von Christoph Mbay Mutomb könnte Korruption Korruption eine Erklärung sein.. Die Agenten der ANR erpressen nämlich Geld von seiner Familie und seinen Freunden mit dem Versprechen, ihn frei zu lassen. Es scheint, dass seiner Familie gedroht wurde, Christophe Mbay Mutomb würde nach Kinshasa verlegt, falls sie nicht bezahlten. Diese geheime Festhaltung ist in jedem Fall illegal. Gemäss Artikel 18 der Kongolesischen Staatsverfassung von 2006 darf niemand mehr als 48 Stunden ohne Anklageerhebung festgehalten werden. Nach Verstreichen dieser Frist muss der Betroffene freigelassen oder angeklagt und in dem Fall unter die Aufsicht eines Gerichts gestellt werden.
 

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MEXIQUE – MARCELINO COACHE VERANO
Mexique

Marcelino Coache Verano, ein anerkannter Bürgerrechtler im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca, federführend in der Volksversammlung der Bewohner von Oaxaca (APPO) und Vorstand der freien Gewerkschaft der Arbeiter und Angestellten der Stadt Oaxaca.

 

 Im Jahre 2009 wurde Marcelino Coache von vier Männern, davon einer in Uniform, entführt. Mehrere Stunden schlugen seine Peiniger mit der Faust sowie dem Kolben einer Pistole auf ihn ein und fügten ihm mit einer Zigarette Verbrennungen an den Genitalien bei. Am darauffolgenden Morgen wurde er freigelassen. In der Folge dieses Überfalls rief eine lokale Menschenrechtsorganisation die interamerikanische Menschenrechtskommission an, Präventivmassnahmen zu ergreifen.

 

 Marcelino Coache war bereits zuvor Zielscheibe mehrerer schwerwiegender Angriffe und Bedrohungen. Im Januar 2008 versuchte ein Mann, ihm in den Bauch zu stechen, als er aus seinem Auto stieg, und im August 2007 schlug ihn ein Polizist mit einer Pistole und legte ihm nahe, seinen Kampf aufzugeben, indem er ihn mit dem Gesicht auf den Boden drückte.
 

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GUATEMALA – NETZ « FRENA »
Guatemala

Die Mitglieder des Netzwerkes FRENA in Guatemala sind in großer Gefahr. Seit Oktober 2009 sind drei Mitglieder dieses Netzwerkes umgebracht worden. Das jüngste Opfer, Octavio Roblero, wurde am 17. Februar 2010 vor den Örtlichkeiten der Organisation getötet. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass eine offizielle Untersuchung des Todes seines Schwagers Victor Gálvez eingeleitet wird, der, ebenfalls Mitglied der FRENA, im Oktober 2009 ermordet wurde. Das dritte Opfer war Evelinda Ramírez, Vorstand der FRENA, die am 13. Januar 2010 bei ihrer Rückkehr aus der Hauptstadt Guatemala-City umgebracht wurde, wo sie im Rahmen ihrer Aktivitäten für die FRENA Regierungsvertreter getroffen hatte.

 

Die Widerstandsbewegung für die Verteidigung der natürlichen Ressourcen und der Rechte der Völker (FRENA) ist eine zivilgesellschaftliche Bewegung, die in den 17 Kreisen des Départements von San Marcos, nahe der guatemaltekischen Grenze zu Mexiko, aktiv ist.

 

Weitere Mitglieder der Bewegung haben Todesdrohungen erhalten. Die FRENA hat 289 Bürgerrechtler benannt, die möglicherweise in Gefahr sind aufgrund der Koordinationsaufgaben, die sie in der Organisation wahrnehmen. Die staatlichen Behörden haben diesen Personen keinerlei Schutz angeboten.
 

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LIBANON - FAYSAL GHAZI MOQALLED - UNTER FOLTER ERZWUNGENES GESTÄNDIS
Libanon

Am 8. Februar 2006 wurde Faysal Ghazi Moqalled, ein 32-jähriger Libanese, von Agenten der Hezbollah festgenommen und während 5 Monaten in einem ihrer Gefängnisse festgehalten. Während seiner Inhaftierung wurde er, wie ihm angekündigt, gefoltert, damit er seine mutmaßliche Zugehörigkeit zum israelischen Mossad zugebe. Nach eigenen Angaben wurde Faysal Moqalled in einer Zelle von weniger als 2 qm mit Elektroschocks und durch simulierte Gastötung gefoltert.
Während des Blitzkrieges zwischen Israel und dem Libanon im Juli 2006 wurde er in das libanesische Verteidigungsministerium gebracht, wo er bis zum 26. März 2008 blieb und von neuem vernommen und gefoltert wurde.
Erst 2 Jahre nach seiner Verhaftung wurde ihm Kontakt zu einem Rechtsanwalt gewährt.

Faysal Moqalled hat schließlich ein Geständnis unterschrieben. Am 31. Juli 2009 hat ihn ein Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilt, vor allem wegen Weiterleitung von Informationen an den Feind (Israel) mit dem Ziel, ihn dabei zu unterstützen, den Krieg im Juli 2006 zu gewinnen, doch zu dem Zeitpunkt saß er schon seit einigen Monaten im Gefängnis.

Im Laufe des Prozesses hat Faysal Moqalled seinen Richter über die erlittenen Folterungen informiert, es wurde jedoch keine Untersuchung durchgeführt und das unter Folter erzwungene Geständnis ist mangels anderer Beweise akzeptiert worden, wie es scheint.
Er befindet sich zurzeit in Haft und hofft, dass Berufung gegen das Urteil eingelegt wird.

 

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IRAN: MASSIVE UNTERDRÜCKUNG DER KURDISCHEN MINDERHEIT
Iran

Unter den Minderheiten im Iran ist die kurdische Minderheit von der politischen Unterdrückung, die von der gegenwärtigen Regierung ausgeübt wird, am stärksten betroffen. Die Kurden, die hauptsächlich im Westen und Nordwesten des Landes leben, werden auf wirtschaftlichem, politischem und kulturellem Gebiet diskriminiert. Einige von ihnen werden festgenommen und von den Revolutionsgerichten zu schweren Strafen, und manchmal auch zum Tode verurteilt - dies aufgrund ihrer mutmaßlichen Aktivitäten im Rahmen der verbotenen kurdischen Organisationen, deren wichtigste die Partei für ein freies Kurdistan (PJAK) ist.

Alle werden mit der gleichen juristischen Begründung verurteilt: « Gottesfeindschaft » (Mohareb baa Khoda). Dieses Vergehen kann gemäß Artikel 183 des iranischen Strafgesetzbuches mit dem Tode geahndet werden. In den meisten Fällen basieren die Richter ihr Urteil auf dem unter Folter erreichten Geständnis. Die Verurteilung wird nach einem kurzen Prozess ausgesprochen, der manchmal weniger als 10 Minuten dauert, und von einer systematischen Verletzung des Verteidigungsrechts zeugt. In den meisten Fällen hat der Verteidiger des Angeklagten nicht einmal das Recht, bei der Gerichtssitzung anwesend zu sein.
Die Unterdrückung der kurdischen Minorität hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nachdem mehrere Personen des öffentlichen Lebens – Richter und religiöse Würdenträger, die der Regierungspartei nahe standen - ermordet wurden.

Obwohl niemand die Verantwortung für diese Morde übernommen hat, soll der Chef der obersten Justizverwaltung in Teheran den für die Justizverwaltung in Sanandj Verantwortlichen angewiesen haben, mehrere kurdische, im Vorjahr zum Tode Verurteilte zu hängen, die auf die Vollstreckung des Urteils warteten.

Man schätzt, dass sich die Zahl der wegen ihrer mutmaßlichen Aktivitäten im Rahmen der verbotenen kurdischen Organisationen in den Todeszellen befindlichen Personen sich zurzeit auf 17 Personen beläuft.

 

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Follow-up früherer Fälle


ASIEN


• Aktion 2006/ Sanjar Umarov - Ouzbekistan

Freilassung im November 2009
Sanjar UMAROV wurde am 7. November letzten Jahres nach 4 Jahren Haft freigelassen.
Der Doktor der Physik und Unternehmer hatte den Verein „strahlende Koalition“ gegründet, welcher Vertreter der Zivilgesellschaft und Intellektuelle vereinigte. Sein Verein hatte die Zielsetzung, in Dialog mit der usbekischen Regierung im Hinblick auf wirtschaftliche Reformen zu treten, um eine Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung zu erreichen.
Im Jahre 2005 hatte er offen die Ereignisse von Andijan (Mai 2005) angeprangert. In der Folge hatte er die Forderung nach einer unabhängigen internationalen Untersuchung dieses Massakers unterstützt. Nach seiner Festnahme im Oktober 2005 wurde er infolge eines willkürlichen Verfahrens zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Haft wurde er gefoltert und beständig gedemütigt.
Sanjar Umarov ist am 21. November 2009 zu seiner Familie in die Vereinigten Staaten ausgereist. Seine Haft hat ihn geschwächt. Im Kreise seiner Familie erholt er sich gegenwärtig.
Er hat anlässlich des Weihnachtsfestes an die Gruppen, die ihn unterstützten sowie das französische Sekretariat der ACAT eine Botschaft gerichtet, in der er für deren Unterstützung dankt. Er hat versucht, die Botschaft in französischer Sprache abzufassen, so dass wir sie hier unverändert abdrucken (mit orthographischen Fehlern):

« Chers amis,
J'ai vous remercies de tout votre support que ACAT a fait pour moi et ma famille. Vraiment, en prison j’ai ete encourage par esprit de Dieu et par les prieres de nombreux de gens. Permettez moi de vous feliciter a l’occasion de Holidays.
Encore merci chers amis.
Je vous embrasse,
Sanjar Umarov et sa famille
Le 20 décembre 2009 »

„Meine lieben Freunde,
ich danke Euch für die Unterstützung, welche die ACAT meiner Familie und mir zukommen liess. Im Gefängnis bin ich sehr durch den Geist Gottes und die Gebete zahlreicher Menschen bestärkt worden. Ich wünsche Euch frohe Festtage. Nochmals Danke, liebe Freunde.
Mit den besten Grüssen
Sanjar Umarov und Familie
20. Dezember 2009“

• Aktion 2007/ Mao Hengfeng - China

Freilassung
Sie kam am 29. November 2008 frei. Im Gefängnis ist Mao Hengfeng gefoltert worden. Sie leidet heute unter Bluthochdruck, ständigen Schmerzen aufgrund der Verletzungen durch die Folter, an einer Infektion der Haut aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen im Gefängnis sowie ständigen Magenschmerzen. Seit ihrer Freilassung wird ihr Verhalten genauestens überwacht, und sie wurde mehrmals über kürzere Zeiträume festgenommen.
Im Dezember 2009 wurde Mao Hengfeng erneut während 10 Tagen in Peking festgehalten, weil sie eine Solidaritätskundgebung für den Schriftsteller Liu Xiaobo organisiert hatte, der zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist.


Aktion 2008/ Mutabar Todjibaeva- Ouzbekistan
Freilassung
Mutabar Todjibaeva, eine usbekische Menschenrechtlerin und Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation „brennende Herzen“ wurde 2008 dank der gemeinsamen Anstrengungen mehrerer Menschenrechtsorganisationen und der Unterstützer, die Briefe für sie schrieben, freigelassen. Die ACAT war aktiv an der Kampagne für ihre Freilassung beteiligt.
Zitat Mutabar Tadjibaeva, zu Besuch bei der ACAT Frankreich: «Ich erfuhr, dass mir Briefe von Unterstützern weltweit geschickt wurden. Man sagte mir, dass es eines Lastwagens bedürfte, um sie mir alle zu bringen. Ich bin allen Menschen, die sich für meine Freilassung eingesetzt haben, jedem einzelnen von ihnen, extrem dankbar. Ich möchte ihnen nicht nur meinen Dank aussprechen, sondern verneige mich vor denen, die mich und meine Familie in dieser harten Zeit nicht allein gelassen haben»


Aktion 2009/ Alimujiang Yimiti- China
Nach seiner Verurteilung infolge zweier Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Mai 2008 sowie im Juli 2009 haben seine Anwälte die Verletzung seines Anspruchs auf ein faires Verfahren sowie die Verwendung gefälschten Belastungsmaterials angeprangert. Nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft wurde der uighurische Christ aus Xinjiang am 8. Dezember 2009 vom Gericht in Kashi zu 15 Jahren Haft verurteilt wegen „Enthüllung von Staatsgeheimnissen an ausländische Organisationen“. Sein Anwalt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die Härte des Richterspruchs hat die Beobachter der Lage der Uighuren in China überrascht.

 

 

AFRIKA AKTION 2009


• Die Albinos von Tanzania und Burundi
Die Aggressionen gegen die Albinos halten in diesen beiden Ländern an. Wenn es auch 2009 mit sieben getöteten Albinos weniger mörderisch zuging als im Jahr 2008 mit 27 getöteten Albinos in Tansania, lassen die Übergriffe nicht nach. Mehr als 30 Übergriffe wurden im Laufe des letzten Jahres registriert. Zweifellos wegen der Todesstrafe, gehen die Angreifer dazu über, nicht mehr allein systematisch zu töten, sondern sich aus dem Staub zu machen. Dabei lassen sie an Ort und Stelle den Körper, den sie amputiert haben, zurück. Die Angriffe gegenüber Albinos kommen hauptsächlich in den entlegenen Landstrichen von Tansania und Burundi vor, wo die Zauberer von dem Unwissen eines Teils der ländlichen Bevölkerung profitieren, die die Albinos mit dem Teufel vergleichen.
In Tansania hat die Regierung eine Zählung der Albinos durchgeführt und für eine Hilfestellung durch die Polizei gesorgt, die die Kinder auf dem Schulweg eskortiert. Für den Fall eines Übergriffes sind einige Kinder mit Handys ausgerüstet um rasch die Polizei zu benachrichtigen.
In seinen Wünschen für die Nation zu Beginn des Jahres 2010, hat der Präsident Tansanias, Jakaya Kikwete zu einem Stopp dieser Morde aufgerufen. „Trotz unserer nationalen Kampagne, gibt es immer noch zu viele Übergriffe. Kein einziger Albino darf wegen seiner Hautfarbe sterben“, so der Präsident.


• Mulumba Kapepula (RDC)

Mulumba Kapepula wurde am 5. Juni 2009 freigesprochen und in die Freiheit entlassen. Dennoch wurde keine Untersuchung wegen der Folterungen eröffnet, denen er unterworfen war.


• Andere individuelle Sachverhalte
Die vier übrigen Personen werden immer noch in Äquatorialguinea, in Eritrea und in Äthiopien gefangenen gehalten.

 


LATEINAMERIKA AKTIONEN 2009


Situation der indigenen Volksgruppen in Kolumbien

Die Situation der indigenen Volksgruppen ist nach wie vor sehr schwierig. Sie sind Opfer des Konfliktes und einige der Gemeinde sind gezwungen umzuziehen.
Am 31. Januar dieses Jahres, wurde eine Gemeinde durch die Armee „irrtümlich“ bombardiert. Aber es ist eher daran zu denken, dass es sich um ein Manöver handelte, um die Bevölkerung zu veranlassen fortzuziehen. Tatsächlich hat auf dem betreffenden Gebiet ein internationales Unternehmen vom Staat die Genehmigung erhalten, Bergbau zu betreiben.
Im Süden des Landes werden die Gebiete der indigenen Gemeinden militarisiert, so dass sie zur Zielscheibe für Angriffe von Guerilla und Paramilitärs werden.
 

Javier Giraldo S.J. Kolumbianer
Im Jahr 2009 wurde Vater Giraldo das Opfer einer Verleumdungskampagne von seiten der Medien und hoher Verantwortlicher des Staates.
Dies infolge falscher Anschuldigungen eines ehemaligen Guerilla-Kämpfers, der mit der Armee zusammenarbeitet.
Zu Beginn des Jahres 2009 wurde Vater Giraldo vor einem Verwalter zitiert wegen eines Zeugenverhörs. Von einem General war er der Verleumdung beschuldigt worden. Er richtete einen Brief über 31 Seiten an die Verwalterin, in dem er moralische und ethische Gründe schildert, die ihn daran hindern, vor Gericht zu erscheinen. Dieser Brief enthält heftige Vorwürfe gegen die Korruption in Kolumbien.
Mit großer Ruhe und Entschlossenheit zeigt Vater Giraldo seit 25 Jahren die Verbrechen auf, die gegen die ländlichen Gemeinden begangen werden. Trotz der Anschuldigungen und Bedrohungen gegen ihn, verfolgt er beharrlich die Wahrheit.
 

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